27. April 2026
Warwick Stage Series Verstärker
Die Stage Series von Warwick ist ein bewusst durchdachtes System und nicht einfach nur eine Sammlung einzelner Topteile. Die Modelle MC, MS, DS und PA bieten jeweils unterschiedliche Ansätze und lassen sich sinnvoll miteinander kombinieren. Alle basieren auf derselben kompakten Class D Plattform mit einem vertrauten 4-Band-EQ, ergänzt um wählbare Mittenfrequenzen für Low und High Mids bei allen Modellen außer der PA-Serie. So entsteht eine stimmige Basis, die vom einfachen Setup bis hin zu komplexeren Rigs skaliert.
Key Features:
- Einheitliche 4-Band-EQ-Abstimmung über alle Modelle hinweg
- Class D Leistung von 300 W bis 800 W im kompakten Format
- Flexible Signalführung mit DI, FX Loop, USB und Line Out
Das MC 300 bewegt sich am unkomplizierteren Ende der Serie. Es ist ein einkanaliges Topteil mit 300 Watt Leistung, ausgelegt auf schnellen Zugriff und eine reduzierte Bedienung. Trotzdem sind USB, Bluetooth, Tuner, DI-Out und FX Loop vorhanden, sodass es anschlussseitig keineswegs eingeschränkt ist. Es verzichtet bewusst auf Kanalumschaltung und komplexere Layer-Strukturen. Im Vergleich zum Rest der Serie ist es direkter, unterstützt aber über seinen Line Out weiterhin Bi-Amping in Kombination mit den PA-Endstufen und bleibt damit auch in größeren Setups relevant.
Die DS-Serie geht einen Schritt weiter und bietet ein zweikanaliges Konzept in 300, 500 und 800 Watt Varianten. Jeder Kanal verfügt über eigenen Gain und einen 4-Band-EQ, ergänzt durch Kompressor, Cab-Simulation und umfangreiche Routing-Möglichkeiten. Die Unterschiede zwischen den Modellen liegen hauptsächlich in Leistung und Headroom, nicht in der Ausstattung. Das 800er wirkt bei höheren Lautstärken offener und souveräner, während 300 und 500 dieselbe Struktur in kompakteren Anwendungen liefern.
Das MS 800 baut auf diesem DS-Konzept auf und erweitert es um separate Overdrive-Regler pro Kanal. Diese Ergänzung verändert die Arbeitsweise deutlich. Statt auf externe Pedale angewiesen zu sein, lassen sich cleane und angezerrte Sounds direkt im Amp formen und bei Bedarf umschalten. Die EQ-Struktur, der Kompressor und die Konnektivität bleiben erhalten, der Fokus verschiebt sich jedoch stärker in Richtung klanglicher Kontraste. Im Vergleich zur DS-Serie wirkt es eigenständiger, besonders für Spieler, die Verzerrung ohne zusätzliches Equipment integrieren möchten.
Die PA 300 und PA 500 nehmen eine klar abgegrenzte Rolle ein. Es handelt sich um reine Endstufen, die ein bereits geformtes Signal sauber verstärken. Keine Kanalumschaltung, keine integrierten Effekte, nur ein 4-Band-EQ und eine direkte Bedienung. Der Unterschied zwischen beiden Modellen liegt ausschließlich in der Leistung, 300 gegenüber 500 Watt. Für sich genommen eignen sie sich gut in Kombination mit externen Preamps oder Hi-Fi-Setups, innerhalb der Stage Series entfalten sie ihre Stärke vor allem als Erweiterung der anderen Topteile.
Beim Bi-Amping greifen alle Elemente ineinander. Die MC-, DS- und MS-Modelle bieten Line-Outs mit Fullrange- oder Bi-Amp-Schaltung, wodurch sich das Signal gezielt aufteilen lässt. Besonders sinnvoll ist die Trennung von tiefen und hohen Frequenzen auf zwei Verstärker und Boxen. Das sorgt für mehr Klarheit und eröffnet kreative Möglichkeiten, etwa Effekte nur auf bestimmte Frequenzbereiche anzuwenden, wie einen Flanger auf den Tiefen und ein Delay auf den Höhen. Das System bleibt dabei flexibel, ohne unnötig kompliziert zu wirken.
Jede Serie funktioniert auch eigenständig. MC steht für Direktheit und einfache Handhabung, DS für Flexibilität und Kontrolle, MS für erweiterte Klangformung mit Overdrive, und PA für reine Leistungsverstärkung. Zusammen ergibt sich ein modulares System, das einfach bleiben oder zu einem Bi-Amp-Setup ausgebaut werden kann, ohne den Workflow grundlegend zu verändern. Eine praxisnahe Plattform für Spieler, die Kontrolle über Klang und Signalführung suchen, ohne unnötige Komplexität.